Meine Freundinnen – die Barbara

Viele liebe Mädels – ok, wir sind auch schon in die Jahre gekommen – begleiten als Freundinnen mein Leben. Grad ist mir aufgefallen, dass ich noch lange nicht von allen erzählt hab, nicht mal von all denen, die irgendwann mal ein Törtchen von mir bekommen haben wie zum Beispiel Anita, Edda, Andrea, Christina, Eva, Conny …. . Sehr nachlässig!

Die Barbara kenn ich auch schon ganz lang, und wir haben viel Freud und auch viel Leid geteilt in den letzten 30 Jahren. Wir haben beide Kinder bekommen, sie beim Aufwachsen begleitet, (fast)  erwachsen ins Leben entlassen. Wir haben beide unsere Hochzeiten gefeiert, wir haben beide unsere Scheidungen überstanden und wir haben beide eine neue Liebe gefunden. Die Reihenfolge aller dieser Ereignisse war ein bissi anders, aber „um des gehts jetzt gar ned“ wie unser Freund Reini sagen würde.

Was ich an der Barbara so besonders mag ist, dass sie mir in diesen 30 Jahren immer mit ihren herrlich präzisen Sagern den Kopf zurecht gerückt hat, wenn ich es grad nötig hatte. Weil ich wieder mal mit dem Kopf durch die Wand wollte, oder einfach nur „Ich will alles und das sofort!“ wollte, oder mal den Wald vor lauter Bäumen nicht sah, oder mich ausheulen wollte, oder einfach Zuspruch und Bestätigung brauchte.

Sie war es, die mich mit dem einfachen Satz: „Jetzt kriag di amal a bissi ein, dein Tempo kann ja echt keiner mithalten!“ zum Nachdenken gebracht hat, als ich grad ganz viel verzweifelt war.

Sie war es auch, die gesagt hat: „Mah is des supa, wenn man 50 ist, da ist wenigstens allen klar, dass man ein altes, böses Weib ist und die Leute richten sich danach. Spart viele Erklärungen.“

Und sie war es, die als unsere Kinder noch klein waren die beste Erklärung ever lieferte, warum man als Mutter nicht zwingend alles aufessen muss, was die lieben Kleinen am Teller zurück lassen. Nämlich: „Jegliches Essen nimmt im Endeffekt den Weg über den Kanal, es muss nicht auch noch dem Umweg über meinen Körper nehmen.“

Ja, und vor einiger Zeit hat sie mal gesagt: „Du, gell, aber irgendwann bekomm ich auch einmal so eine tolle Torte von dir!“ Ja natürlich „Irgendwann passt es einmal!“

Und vor ein paar Wochen hat es überraschend gepasst, weil ich mich doch tatsächlich bei einer Torte im Datum geirrt hab und mein Tiefkühler so voll war, dass der schon eingedeckte oberste Stock partout nicht mehr reingepasst hat. Also wurde aus diesem Teil

Scherenschnitt0011

ganz schnell mit dem restlichen Antikholz ein Blumentopf.

Antikholz0001

Der weiße Fliederdolden, den ich als Probe gemacht hatte war schon gebunden, aus den lila Fliederblüten hab ich einen Fantasiezweig gebunden und ansonsten bin ich froh, dass ich in meiner Vitrine immer ein paar Blumen als Reserve hab.

Blätter2

Und schon war es fertig, das Überraschungstörtchen. Ein kurzer Anruf, Lieferung am nächsten Tag, unkompliziert wie es sein soll unter Freundinnen.

Antikholz0002

Advertisements

Los, trau dich!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s